2. Juli 2016 MITSUYA-KAI Deutschland & KAMAI Freiburg e.V. Karate-Lehrgang mit Sascha Keller (5. Dan) in Freiburg Seienchin
An einem regnerischen, kühlen und daher zum Training einladenden Samstag, hatte der KAMAI Freiburg e.V. zu einem Karateseminar in die Sporthalle der Lessingschule geladen. Lehrgangsleiter war Sascha Keller (5. Dan) aus Marbach am Neckar. Sascha wurde als junger Grüngurt ins kalte Wasser geworfen worden, um die Lücke seines damaligen Trainers auszufüllen, der aus beruflichen Gründen Marbach verlassen musste. Dies geschah in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends. In den seitdem vergangenen Jahren hat Sascha einen der größten Vereine des Mitsuya- Kai in Deutschland aufgebaut. Dieser Verein feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum und trotzdem oder gerade deshalb ließ es sich Sascha nicht nehmen, diesen Lehrgang in Freiburg abzuhalten. Als Thema wurde die Kata Seienchin gewählt. Im Mitsuya-Kai stellt diese Kata eine Grundkata neben der Kata Bassai-Dai dar und wird ab der Oberstufe geübt. Durch die vielen Shiko-Dachi-Stellungen ist die Kata auch sehr anspruchsvoll hinsichtlich der Kondition der einzelnen Teilnehmer da es sich, wie Sascha mehrfach betonte, um eine aktive Stellung handelt. Ebenso legte Sascha großen Wert auf das Thema Anspannung / Entspannung , welches ein enormes Feld in der Kata Seienchin einnimmt. Wie auf dem Foto zu sehen, gibt schon die Grundstellung ein reichhaltiges Beschäftigungsfeld hinsichtlich der Körperspannung. Im Vorhinein wurde vereinbart, keine expliziten Pausen einzuplanen, da längere Pausen auch immer Müdigkeit mit sich bringen, die dann ein konzentriertes Weiterarbeiten erschweren. Dadurch war der Lehrgang mit insgesamt 4,5 Stunden sehr anspruchsvoll einerseits an die Kondition, andererseits - was noch viel wichtiger war - an die Konzentration der Teilnehmer. Sascha hat den Lehrgang sehr abwechslungsreich gestaltet. Erst hat er sich einen Überblick über den Leistungsstand der Teilnehmer hinsichtlich der zu übenden Kata verschafft. Danach hat sich Sascha einzelne Teile der Kata herausgenommen, um hier spezielle Übungen durchzuführen. Exemplarisch soll kurz ein Beispiel genannt werden.
In den ersten drei Vorwärtsbewegungen der Kata sind immer wieder Abwehrtechniken verknüpft mit Grifftechniken. Die Aufgabenstellung, die sich hier mit dem Partner gestellt hat war: Wie wehre ich ab und wie greife ich im Anschluss. Ein Thema, das sich auf den ersten Blick relativ einfach anhört, in der Ausführung aber durchaus seine Raffinessen hat. Ebendiese Raffinessen galt es zu erforschen und durch stetiges Wiederholen zu automatisieren. Ebenso interessant waren die ganzen „old school“- Übungen , die Sascha zwischen einzelnen Phasen des Trainings eingebaut hatte. Kräftigungs- und S c h w e i n e h u n d - Ü b u n g e n , die schon vor zwanzig Jahren geübt wurden, aber oftmals aus dem alltäglichen Trainingsfokus rutschen. Liegestütz auf den Fingern, fünf Minuten Shikodachistellung, mit jeweiligem Vor- und Zurückgehen oder Kräftigungsübungen für die Bauchmuskulatur (wie auf dem Bild zu sehen), um nur ein paar aufzuzählen. Da alle Teilnehmer die Zeit um sich herum vergaßen, war am Ende die Kobudo-Einheit auf ein Minimales eingeschränkt. Hier hatte Sascha nur noch Zeit, auf ein paar wenige Grundübungen alleine und mit Partner und ein wenig Randori mit dem Bo, einzugehen. Alles in allem ein gelungener, intensiver Lehrgang. Sascha konnte auf jeden Teilnehmer individuell eingehen und somit konnten die Karateka einen maximalen Benefit aus der Veranstaltung ziehen. Am Ende war jedem klar: Sascha wird wieder einmal eingeladen, um einen weiteren interessanten Lehrgang des Mitsuya-Kai Deutschland abzuhalten. Text: Christian Manz Siehe auch die persönliche Website von Christian Manz: http://karate-in-freiburg.de/
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